Aktualisiert: September 2026 Kurz & verständlich

Balkonkraftwerk Förderung Berlin 2026 – SolarPLUS ist Geschichte

Stefan Niehues

Betreiber von BalkonkraftwerkExperte.de · Aktualisiert 2026-09-06

Gibt es in Berlin noch eine Förderung für Balkonkraftwerke?

Nein. Das war einmal das bekannteste Steckersolar-Förderprogramm Deutschlands – und es ist beendet.

Die Investitionsbank Berlin (IBB) führt Steckersolargeräte in SolarPLUS nicht mehr als eigenes Modul. Auf der Programmseite steht für diesen Bereich nur noch der Hinweis „nur Antragsbearbeitung – keine Neuanträge”. Wer bereits einen Antrag gestellt hat, bekommt ihn bearbeitet. Neue Anträge sind nicht mehr möglich.

Damit ist der 500-€-Zuschuss für Balkonkraftwerke, der Berlin jahrelang zur attraktivsten Adresse für Steckersolar machte, ersatzlos weggefallen.

Was SolarPLUS 2026 noch fördert

Das Programm existiert weiter, aber mit ganz anderem Zuschnitt. Es besteht aktuell aus zwei Modulen:

  • SolarPLUS S – für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser
  • SolarPLUS L – für Mehrfamilienhäuser, Gewerbe und Nichtwohngebäude

Gefördert werden darin:

MaßnahmeFörderhöhe
Zählerschränke und Messplätzebis 750 € bzw. max. 15.000 €
Stromspeicherbis 30.000 €
Besondere Anlagen (Fassaden-PV, denkmalgerechte PV, Gründach-PV)bis 30.000 €
Gutachten und Studienmax. 15.000 €

Die Beträge sehen üppig aus, zielen aber auf Dachanlagen und Gebäudesanierung. Für ein steckerfertiges Gerät am Balkongeländer ist davon nichts abrufbar.

Stand: 7. August 2026. Wenn du auf Vergleichsportalen noch die 500 € findest: Diese Angabe ist überholt.


Warum Berlin die Förderung gestrichen hat

Die Begründung, die dabei genannt wird, ist bemerkenswert – und sie stimmt sogar: Steckersolargeräte rechnen sich inzwischen auch ohne Zuschuss. Die Preise sind seit Einführung des Programms deutlich gefallen, ein Komplettset kostet heute rund ein Drittel dessen, was 2022 üblich war. Die direkten Landeszuschüsse wandern stattdessen zu größeren Projekten: Dachanlagen, Speicher, Fassaden-PV.

Aus Sicht des Landes ist das nachvollziehbar. Aus deiner Sicht heißt es schlicht: Du zahlst den vollen Preis – der aber niedrig genug ist, dass sich die Anlage trotzdem lohnt. Dazu unten mehr.


Was für Berlin trotzdem gilt

Berlin ist die Balkonkraftwerk-Stadt schlechthin: rund 85 % der Haushalte wohnen zur Miete, die Bebauung ist dicht, und Millionen Balkone zeigen nach Süden, Osten oder Westen. Die rechtliche Lage ist dabei so gut wie nie:

Du hast einen Rechtsanspruch. Seit Oktober 2024 sind Steckersolargeräte eine privilegierte Maßnahme nach § 554 BGB. Dein Vermieter muss zustimmen und darf nur aus triftigen Gründen ablehnen – „gefällt mir optisch nicht” gehört nicht dazu. Für Eigentümergemeinschaften gilt dasselbe über § 20 Abs. 2 Nr. 5 WEG. Die Details stehen unter Balkonkraftwerk als Mieter.

Denkmalschutz ist in Berlin ein realer Faktor. Große Teile der Gründerzeitquartiere in Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Schöneberg oder Charlottenburg stehen unter Denkmal- oder Milieuschutz. Das ist einer der wenigen triftigen Ablehnungsgründe, die einem Vermieter tatsächlich zustehen. Wenn deine Fassade betroffen ist, lohnt vor dem Kauf ein Anruf beim zuständigen Bezirksamt – oft ist eine straßenabgewandte Montage zum Hof hin unproblematisch, wo eine zur Straße hin abgelehnt würde.

Anmelden musst du trotzdem. Ohne Förderung entfällt zwar der Förderantrag, nicht aber die Registrierung im Marktstammdatenregister. Die ist bundesweit Pflicht, dauert etwa 15–20 Minuten und ist kostenlos: Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Lohnt sich das ohne die 500 € noch?

Ja – und deutlicher, als die weggefallene Förderung vermuten lässt.

Ein 800-Wp-System liefert in Berlin 650–850 kWh im Jahr – vorausgesetzt, die Module sind geneigt nach Süden ausgerichtet. Senkrecht am Geländer, wie es an Berliner Altbaubalkonen die Regel ist, sind es rund 30 % weniger. Berlin liegt bei der Sonneneinstrahlung im deutschen Mittelfeld, spürbar besser als der Nordwesten. Bei rund 33 ct/kWh und 30 % Eigenverbrauch sparst du 65–85 € jährlich; für deine konkrete Montage rechnet der Ertragsrechner es durch.

Ein Komplettset ab rund 270 € hat sich damit nach drei bis vier Jahren bezahlt und liefert anschließend zwei Jahrzehnte lang kostenlos Strom. Die 500 € hätten das auf etwa anderthalb Jahre verkürzt – schön, aber der Kauf war nie von der Förderung abhängig.

Für Berliner Mieter besonders relevant: Ein Set, das sich ohne Bohren montieren lässt, ist rückstandsfrei rückbaubar und macht die Zustimmung des Vermieters erfahrungsgemäß deutlich einfacher. Welche Sets das können, steht in unserer Bestenliste – oder du machst den 2-Minuten-Kurz-Check.

Wenn du tagsüber arbeitest und den Strom vor allem abends brauchst – in Berlin der Normalfall – lohnt ein Blick auf Sets mit Speicher. Der Eigenverbrauch steigt damit von 20–40 % auf 70–85 %. Die Rechnung dazu steht unter mit vs. ohne Speicher.


Brandenburger Umland

Wohnst du im Speckgürtel statt in Berlin selbst, gelten andere Regeln: Brandenburg hat kein Landesprogramm für Steckersolar, einzelne Kommunen fördern aber eigenständig. Da sich das laufend ändert, prüfe die Seite deiner Gemeinde direkt – eine Übersicht aller von uns recherchierten Bundesländer findest du unter Balkonkraftwerk Förderung.

Alle Angaben Stand 7. August 2026. Förderprogramme ändern sich schnell – prüfe vor dem Kauf den aktuellen Stand bei der IBB.